Beim „Weihnachtskonzert bei Kerzenschein“ in der Peterskirche müssen sich manche Besucher mit einem Stehplatz begnügen.
Vier Chöre verbreiten viel Vorfreude aufs Fest
Weihnachtskonzert bei Kerzenschein (22.12.2019)
Die Tür zum Wunder im Stall ganz weit geöffnet
Wer eine halbe Stunde vor Beginn des „Weihnachtskonzerts bei Kerzenschein“ in die Peterskirche kommt, ist fast schon zu spät dran. Pfarrerin Ute Haizmann war unentwegt gefragt, um noch diesen oder jenen Platz in den bereits voll besetzten Besucherreihen ausfindig zu machen. Schließlich gewährte sie angesichts des unablässigen Andrangs sogar 25 Besuchern auf der Empore unter der Orgel einen Sitzplatz. „Die gute Nachricht vorweg: Die Hütte ist voll“, sagte sie durchs Mikrofon. Etwas zusammenrücken war also am Sonntagabend nicht nur mit Blick auf die menschenfreundliche Botschaft der Geburt Christi gefragt, sondern auch angesichts der randvollen Peterskirche, deren Fassungsvermögen von 1200 Plätzen nicht ausreichte.
Aber der Besucherstrom kommt schließlich nicht von ungefähr. Jahr für Jahr liefern die beiden Bezirkskantoren Anne und Simon Langenbach mit den Chören der Singschule, dem Jugendchor „vivida banda“, der Kantorei und dem Posaunenchor Spitzenarbeit in Sachen Gesang und Blechbläser ab. Die Vielfalt und das Niveau zeigen sich in Gänze vor allem bei diesem Konzert, das bei freiem Eintritt genossen werden kann. Die am Ende erbetenen Spenden kommen der Renovierung der Orgel zugute, die am Sonntagabend von Tabea Wilhelm gespielt wurde, während der Organist des Kirchenbezirks, Simon Langenbach, den Posaunenchor dirigierte.
Die Freude auf Weihnachten nochmals zu befeuern, die Tür zum Stall in Bethlehem ein Stück aufzustoßen und die Herzen für das Wunder der Geburt zu öffnen: das wollten die über 200 Mitwirkenden an diesem Abend, und sie schafften es mit einem kunterbunten Streifzug durch den reich bestückten Notenwald der Vorweihnachtszeit. Die Auswahl reichte von der flotten, mit Tamburin angereicherten „La Mourisque“ des franko-flämischen Komponisten Tielman Susato aus dem 16. Jahrhundert, dargeboten vom Posaunenchor, über das vom Geheimnis durchwirkten „Eja, so seht den Rosenstrauch“ von Hansmaria Dombrowski bis zu einem „Christmas-Spot“ von Matthias Nagel, den „vivida banda“, der Jugendchor an der Peterskirche, flott in den Kirchenraum schickte. [...]
Das Musikprogramm lockerten Monika Preiss, Ronja Herrmann und Miriam Ott mit Lesungen von Texten von Theodor Storm, Theodor Fontane, Hedwig von Redern und Friedrich von Bodelschwingh auf. Das gemeinsam gesungene „O du fröhliche“ hielt unten und auf den Emporen kaum jemanden mehr auf seinem Sitz.
Jürgen Drawitsch, Weinheimer Nachrichten 24.12.2019