1. Andere Religionen respektieren
Kirchliche Kindertagesstätten (Kitas) bewegen sich heute nicht mehr in einem einheitlich christlich geprägten Lebensraum. Das Gebot der Religionsfreiheit und die Vielfalt unterschiedlicher Religionen kommen in der evangelischen Kita zum Tragen. Das christliche Menschenbild ist Ausgangspunkt für unsere interreligiöse Pädagogik. Die Vermittlung von Respekt vor anderen Religionen zielt auf aktive Toleranz im Sinne von Begegnung und Auseinandersetzung. Kinder werden auch durch die Begegnung mit anderen Religionen in den eigenen Glaubenstraditionen heimisch und können so eine religiöse Identität ausbilden. Die Verschiedenheit wird bewusst erlebt; sie ermöglicht Gemeinschaft trotz bestehender Unterschiede.
2. Vertrauen fördern
Die Bibel erzählt, wie Menschen im Vertrauen auf Gottes Liebe Halt und Geborgenheit finden. Gottes Liebe gilt jedem Menschen vorbehaltlos - auch in schwierigen Situationen. Mit biblischen Geschichten, Bildern, Symbolen und Ritualen, mit Gebeten und Liedern wollen wir Kindern dieses Vertrauen näher bringen, so dass sie sich aufgehoben wissen im Rhythmus der Jahreszeiten und kirchlichen Feste. Menschen brauchen Grundvertrauen und Geborgenheit, um sich selbst entfalten zu können und daraus ein positives Selbstverständnis abzuleiten.
In der Bibel begegnen wir Gott als Ursprung und Quelle allen Lebens. Als Christinnen und Christen können wir über das schöpferische Wirken Gottes dankbar staunen und in jedem Menschen ein einzigartiges, von Gott geliebtes und mit Begabung gesegnetes Geschöpf sehen. Wir wollen die Kinder an das Wunder der Schöpfung erinnern, sie zum Staunen bringen und Dankbarkeit lehren. Wir eröffnen Räume, um ihre Gaben und Fähigkeiten im Einklang mit anderen zu entfalten. So können sie sich und Andere in ihrer Unterschiedlichkeit anerkennen und achten.
4. Verantwortung lernen
Nach biblischem Verständnis hat Gott den Menschen die Freiheit und die Verantwortung gegeben, ihren eigenen Beitrag für ein gutes Miteinander zu leisten und es nach Geboten der Gerechtigkeit und Liebe zu gestalten. Kinder entwickeln diese Art der Verantwortung, in dem sie ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrnehmen und sich in andere hineinversetzen. So lernen sie, Vereinbarungen für das Zusammenleben zu respektieren. Aus der Gewissheit, von Gott bejaht und geliebt zu sein, erwächst die Achtsamkeit gegenüber den Nächsten und für die gesamte Schöpfung.
5. Vergeben und neu beginnen
Die Bibel verschweigt nicht, dass Menschen Fehler machen, die das Miteinander immer wieder stören. Sie betont aber auch, dass aus der Beziehung zu Gott immer wieder Vergebung und Neuanfang erwächst. Wir zeigen Wege auf für einen angemessenen Umgang mit Konflikten, mit Schuld und Versagen - Wege, die für unser Leben und Zusammenleben hilfreich sind und uns immer wieder einladen, uns zu versöhnen.
6. Hoffnung pflanzen
Unser Leben wird durch viele Ereignisse zutiefst in Frage gestellt. Schon Kinder machen Erfahrungen mit Krankheit, Tod und anderen Verlusten. Sie brauchen Bilder der Hoffnung und Geschichten, die sie tragen. Die biblische Überlieferung hält viele solcher Bilder und Geschichten bereit. Christinnen und Christen leben aus der Hoffnung heraus, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern dass das Leben siegt. Wir wollen mit den Kindern in aller Selbstverständlichkeit über die Krisen des Lebens sprechen und sie in dem Vertrauen bestärken, dass wir Menschen für immer bei Gott geborgen sind. Mit Symbolen und Ritualen, Gebeten, Liedern und Geschichten wollen wir das Kind und seine Familie auch in Phasen von Abschied und Trauer unterstützen.
Als Christinnen und Christen sind wir Menschen in Beziehung - mit Gott und mit unseren Nächsten. Die Bibel ermutigt uns vielfach zu Gemeinschaft und Solidarität. Durch gemeinsame Gottesdienste und überkonfessionelle Projekte wollen wir den Kindern Teamfähigkeit und andere christliche Werte vermitteln. So erleben sie sich als wichtige Mitglieder unserer Gemeinde.