Weihnachtskonzert bei Kerzenschein (18.12.2016)

Mit Kerzenschein und Gesang aufs Fest eingestimmt

Peterskirchen-Chöre gaben mit mehr als 180 Sängern ein Weihnachtskonzert - Festliche und besinnliche Töne - Begeisterter Applaus.

Weinheim. (keke) Zuhören, Mitsingen, Mitfeiern: Alternativen zum allerorten auf die Menschen einprasselnden Weihnachtsgeklingel bietet die Kantorei an der Peterskirche mit ihrem Weihnachtskonzert bei Kerzenschein. Das Kantoren-Ehepaar Anne und Simon Langenbach nutzt diesen Anlass Jahr für Jahr als Chance, die Menschen über die Musik für die weihnachtliche Botschaft zu begeistern. ,,Musik ruft immer tiefere Emotionen hervor, als nur das vom Verstand erfasste", sind sie sich einig.
 
Gerade deshalb bietet das Konzert eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit und durch die musikalischen Darbietungen christliche Inhalte, Werte und Aussagen zu vermitteln, sich von ihnen ansprechen und in der Tiefe der Seele berühren zu lassen. ,,Christus ist als kleines Kind in unser Leben getreten, damit es auch im Alltag Weihnachten wird", lautete die von dem Konzert ausgehende Botschaft. Und so sangen und musizierten unter dem Dirigat von Lisa Mathies dem göttlichen Kind zu Ehren die mehr als 180 Köpfe zählenden vereinigten Peterskirchen-Chöre, der Posaunenchor der Kantorei, der Jugendchor „vivida banda“ sowie die Chöre der Singschule, angereichert und vollendet durch Orgelspiel und Lesungen.
 
In der Summe zeigte sich das Gebotene vom portugiesischen Weihnachtslied ,,Heilige Nacht" über Musiken von Georg Friedrich Händel (,,Glory to God"), Traugott Fünfgeld (,,Eröffnung“) und John Rutter (,,Der Herr segne und behüte euch") über Michael Praetorius („Geboren ist uns ein Kindelein") und Melchior Franck („Intrada in D und F") bis hin zu Max Bruch (,,Wiegenlied der Hirten") und Gabriel Faurés „Heller Stern in der dunklen Nacht" weitreichend, abwechslungsreich und umfassend.
 
„Öffnet eure Herzen und lasset es Weihnachten werden", hatte Anne Langenbach als Losung vorgegeben: „Um durch leise besinnliche wie jubilierende Stimmen fröhliche vokale und instrumentale Lichter anzuzünden." Zu den alljährlich wiederkehrenden Höhepunkten zählen - neben dem stimmungsvollen Einzug der Nachwuchssanger und -bläser mit brennenden Kerzen - zweifelsohne der „Quempas“ von Michael Praetorius. Und wenn Simon Langenbach zu seinem mehr als fünf Meter langen Alphorn greift.
 
Über 400 Jahre alt ist mittlerweile der stets an Weihnachten von den vier Emporen des Gotteshauses aus angestimmte ,,Quempas": Die von den Kindern mit verhaltener Stimme verkündete „Frohe Botschaft", auf die Chor und Gläubige gemeinsam in kraftvollem Gesang antworten: „Gottes Sohn ist Mensch gebor'n. Hat versöhnt des Vaters Zorn. „Eine schöne, differenzierte Spielweise, weiche tiefe Töne und verhaltene Nachklänge kennzeichneten das eindrucksvolle Spiel des Kantors und versetzten die Zuhörer mit dem vollen, wehmütigen Ton des Instruments in fast meditative Stimmung. Beim abschließenden „Hallelujah" der einmal mehr überzeugenden Kantorei aus Händels ,,Messias" und dem gemeinsam angestimmten ,,O du fröhliche" standen schließlich alle Kirchenbesucher auf - und nahmen die Standing Ovations für die Interpreten vorweg.
 
Müßig zu erwähnen, dass sich die am Ausgang bereitstehenden Spendenkörbchen rasch füllten. Kommt der Erlös doch der weiteren kirchenmusikalischen Arbeit an der Peterskirche zugute. Das Geld dient der Anschaffung von Instrumenten und Notenmaterial und speziell von Rasseln, Trommeln und Klangstäben für die Nachwuchsmusici, die ,,Wichtelchorkinder".
 
Rhein-Neckar-Zeitung 24.12.2016