Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion (08./09.03.2008)

Aus 250 Stimmen ein Gänsehaut erzeugendes Klangbild geformt

(…) meisterliche Leistung der Konzertierenden (…) Die Chöre des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (Eppelheim) hatten sich zusammen mit der Kantorei der Peterskirche Weinheim, den Kinderchören der Singschule an der Peterskirche, großartigen Solisten und der Kurpfalzphilharmonie eines musikalischen Hochgenusses in der Fastenzeit angenommen und Johann Sebastian Bachs “Matthäus-Passion” aufgeführt.

Durch die Verschmelzung der Stimmen aus Schule und Kirche und der Teilung des Dirigats war das Konzertprojekt als durchaus ungewöhnlich zu bezeichnen, zugleich aber gebar diese Konstellation ein hohes musikalisches Gleichgewicht. Die gesteckten Ziele der Dirigenten wurden erreicht: Jugendlicher Klangstrahl verband sich wie selbstverständlich mit den grundierten Stimmfarben der Erwachsenen, temperamentvolle Spannung fand Halt in der sicheren Verlässlichkeit. Und es profitierte die inhaltliche Glaubhaftigkeit der Bachschen Botschaft von dieser Zusammenführung der beiden Chöre, für die Anne-Christine Langenbach  als Leiterin der Kantorei an der Peterskirche Weinheim und der Musikpädagoge am Eppelheimer Gymnasium, Dr. Ralf Schnitzer, verantwortlich zeichneten.

(…) so überzeugten beide von der ersten Sekunde an mit ihren Fähigkeiten, aus über 250 bunt gemischten Stimmgenerationen ein gewaltiges, Gänsehaut erzeugendes Klangbild zu formen, facettenreich die Stimmfarben zu arrangieren und das Kirchenwerk durch ein professionelles Miteinander gewinnbringend für alle zu intonieren.

Im ersten Teil (…) stand Dr. Ralf Schnitzer am Dirigentenpult, nach der Pause übernahm Anne-Christine Langenbach den Taktstock. Die Leistung der Musiker, Chöre und der Solisten  Julia Weigel (Sopran), Kirsten Schwarz (Alt), Henning Klocke (Tenor), Georg Gädker (Bass) und Florian Schmitt-Bohn (Bariton) war an diesem Abend herausragend. Die Choräle und Rezitative ließen es nicht an Authentizität mangeln und unterstrichen damit den Stellenwert der Matthäus-Passion als das in der Kirchenmusik am meisten bewunderte Werk Bachs. (sg)
 
Rhein-Neckar-Zeitung, 10. März 2008
 

 

Ein gemeinsames Erlebnis

Ein musikalischer Höhepunkt im Weinheimer Jahresablauf 2008 war am Sonntag die drei- stündige Aufführung der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Peterskirche. (…) Die Chöre, auf und über dem Altarreservat bis auf die Empore gestaffelt, davor die Solisten, das ebenerdig musizierende Orchester und davor als Mittelpunkt des Raumes der Dirigent vor seinen rund 200 Mitwirkenden – das sorgte am Sonntag für eine Atmosphäre gemeinsamen Erlebens dieses gewaltigen Passionswerkes, der sich wohl kein Zuhörer entziehen konnte (…)
 
Ein musikalischer Höhepunkt im Weinheimer Jahresablauf 2008 war am Sonntag die drei- stündige Aufführung der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach in der Peterskirche. (…) Die Chöre, auf und über dem Altarreservat bis auf die Empore gestaffelt, davor die Solisten, das ebenerdig musizierende Orchester und davor als Mittelpunkt des Raumes der Dirigent vor seinen rund 200 Mitwirkenden – das sorgte am Sonntag für eine Atmosphäre gemeinsamen Erlebens dieses gewaltigen Passionswerkes, der sich wohl kein Zuhörer entziehen konnte (…)

Im zweiten Teil, vom ersten durch eine Pause anstelle der heute nicht mehr üblichen Predigt getrennt, leitete Anne-Christine Langenbach die Aufführung sicher und mit viel Sorgfalt (…) Die doppelchörige Anlage der Matthäus-Passion, konsequent zur räumlichen und symbolischen Verdeutlichung des Geschehens genutzt, ergab in der Peterskirchen-Aufführung durch die Masse menschlicher Stimmen eine machtvolle Untermalung des Handlungsvorganges (…) Ein besonders schönes Zeichen sängerischen Engagements lieferten bei dieser Aufführung die hoch oben auf der Empore über allen anderen Sängern und Sängerinnen postierten Mädchen und Jungen der Singschule an der Weiheimer Peterskirche (…) Besonderen Anteil am guten Gelingen der Aufführung hatte der junge Tenor Henning Klocke, der die strapaziöse tragende Rolle des Evangelisten und die Tenorarien mit vollem Einsatz sang. Seine geradezu mustergültige, für die Partie des Evangelisten besonders wichtige saubere Artikulation trug wesentlich dazu bei, dass die Zuhörer nur wenig in ihre Textblätter zu schauen brauchten. Ebenso gut besetzt war die Rolle Jesu durch den Freiburger Bariton Georg Gädker mit ähnlich sorgfältiger Artikulation.

Die Damen - Julia Weigel, Sopran, und Kirsten Schwarz, Alt – hatten es in dieser Hinsicht offenbar schwerer, ergänzten sich aber mit ihren gut tragenden, weichen Stimmen hervorragend. Florian Schmitt-Bohnen gefiel in den Bass-Arien. Die im Programmheft mit dem Fachausdruck “Soliloquenten” geführten Sänger aus den Chören mit Kurzauftritten des Petrus, des Judas und des Pilatus wurden ihren Aufgaben voll gerecht.(mi)
 
Weinheimer Nachrichten, 11. März 2008