Mozart: Requiem, KV 626 (22.11.2009)

Musik, die bis an das Jenseits reicht

Die Peterskirche war überfüllt. Im Kirchenschiff und auf den drei Emporen gab es keinen Sitzplatz mehr.

Viele Besucher haben das Konzert der Kantorei an der Peterskirche mit dem “Requiem” von Wolfgang Amadeus Mozart am Sonntag im Stehen verfolgt. (..) Die Kammerphilharmonie Mannheim wurde als tragendes Fundament der musikalischen Herausforderung in jeder Phase gerecht und schuf so die Voraussetzung zum Erfolg. Mit den Solisten Nelly Palmer (Sopran), Kirsten Schwarz (Alt), Victor Schiering (Tenor) und Sascha Boris (Bass) verfügte man über professionell geschulte Stimmen, die an großen Theater- und Konzertbühnen engagiert sind. Sie verliehen dem sakralen Konzertprogramm Glanz. Ob bei ihren Soli, bei mehrstimmigen Einsätzen mit und ohne Chor, ob in kraftvollem Forte oder zartem Piano, verliehen sie dem Werk Ausstrahlung.

(….) Den Auftakt bildete das zauberhafte “Ave verum”, das Mozart noch kurz vor seinem Tod komponierte. (…) Das “Immortal Bach” von Knut Nystedt (nach der Bach’schen Komposition “Komm süßer Tod”) ist eine kleine musikalische Revolution. Er verfremdet die Choralsätze, indem er jeden Sänger, jede Sängerin ermutigt, ihre Töne frei vom Rhythmus beizubehalten. Auf diese Weise entsteht ein bedrohlich klingendes Vibrieren, das lange anhält und den Chor erst wieder bei den Schlussakkorden zusammenführt, dessen Klang sich dann zwischen Himmel und Erde verliert.

Danach sang der Jugendchor “Vivida Banda” die Originalfassung von Bach. Die dann folgende Komposition “Adagio for Strings” des Amerikaners Samuel Barber wurde weltberühmt, da sie bei der Beerdigung amerikanischer Präsidenten und bekannter Persönlichkeiten erklang. (….) Es wurde in der Peterskirche von den Streichern der Kammerphilharmonie Mannheim makellos interpretiert. (…)
(…) Erst lange, verhaltene Stille, dann ein minutenlanger Beifall für die Gestalter dieses Konzerts, vor allem aber für Anne-Christine Langenbach.
 
Weinheimer Nachrichten,  24.11.2009