Lichtkonzert (02.10.2010)
Konzert: Kantorei und Singschule an der Peterskirche, Chor des Werner-Heisenberg-Gymnasiums, Kurpfalzphilharmonie und Solisten reisen durch Tag und Nacht – Gebet mit Musik ins Licht gerückt
Das zauberhafte, mystisch wirkende und zum Violett hin tendierende Blau, das den Raum bis unter die Kuppel füllte, war wie ein farbiges Kleid, in das sich Chöre, Musiker und Solisten an diesem Abend hüllen. Es ging in der Peterskirche um das innigliche Zwiegespräch zwischen dem Menschen und Gott. Es ging um das Gebet, das den Tag vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang begleitet, das Halt gibt auch in der Nacht, in der tatsächlichen wie in der persönlichen Nacht, die Menschen in Grenzsituationen umfangen kann.
Licht hatte am Samstagabend eine besondere Bedeutung für ein Konzert, das Werke aus dem 19., dem 20. Jahrhundert und aus unseren Tagen enthielt. Es unterstrich optisch den Verlauf des Tages in John Rutters „Mass of the children“ und es verstärkte die strahlende, helle Atmosphäre der Musik. Im Hauptwerk des Abends wurde sie von Kindern und Jugendlichen der Singschule an der Peterskirche und des Chors des Werner-Heisenberg-Gymnasiums verbreitet. Den jungen Sängern eine tragende Rolle in verschiedenen Passagen dieser 2003 uraufgeführten Messe einzuräumen erforderte Fingerspitzengefühl der musikalischen Gesamtleitung. Da fanden sich die Nachwuchssänger ebenso wie die Kantorei bei Dirigentin Anne-Christine Langenbach in sicheren Händen. Ihre auf große Gesten verzichtende, sensible und klare Konzertleitung ließ die drei Chöre zusammenwachsen, wie aus einem Guss klingen und lückenlose Verbindung mit den Musikern der Kurpfalzphilharmonie aufnehmen.
Im Gesamtbild des „Lichtkonzerts“ stand das Eröffnungsstück, Felix Mendelssohn Bartholdys „Wir glauben all an einen Gott“, wie eine von musikalischen Wellenbewegungen getragene Grundlage für ein gelingendes Gebet. Bei der 1831 entstandenen Kantate stellte die Kantorei sowohl bei den drei Fugen als auch beim vierstimmigen Abgesang unter Beweis, dass unter Anne-Christine Langenbach ausgezeichnete Probenarbeit geleistet worden war.
Die punktgenauen, ständig variierenden Einsätze, verbunden mit musikalischen Stilbrüchen, forderten von der Kurpfalzphilharmonie und Organist Simon Langenbach in Francis Poulencs Konzert in g-Moll für Orgel, Streicher und Pauken höchste Konzentration und Versiertheit. (…) Ständig wechselt Poulenc zwischen zarter, schwebender Impression und bedrohlich aufwühlenden Passagen. (…)
Vielschichtig in Harmonik und Rhythmik ist John Rutters „Mass of the children“, das als Hauptwerk des Abends Kinder- und Jugendstimmen einband und eindrucksvollen Solo-Gesang von Sopranistin Steffi Sieber-Christ und Bariton Jens Hamann hören ließ. (…) Mit dem hellen Zauber eines Glockenspiels und dazu passenden, jungen Stimmen erwacht die Seele beim Kyrie. Dabei schickte die unter Leitung von Philipp Friedrich stehende Lichttechnik per Spot die Sonne auf ihre Reise über die Kassettendecke des Altarraums.
John Rutter ist mit seiner Freude über das von Gott geschaffene nicht zurückhaltend. Im Gegenteil: Das Gloria hat enormes Tempo, der Kinder- und Jugendchor fühlte sich unter Anne-Christine Langenbach so ganz in seinem Element, zumal einige Passagen an südamerikanische Tänze erinnern.
Im Agnus Dei kehrt Rutter zu besinnlicheren Tönen zurück. Kantorei und Nachwuchschöre führten Zwiesprache und verschmolzen im Chorgesang, ehe das Finale noch einmal besondere Farbe durch Steffi Sieber-Christ und Jens Hamann erhielt (…). Strahlende Gesichter gab es am Ende allemal, weil der Beifall des Publikums verdientermaßen lange und anhaltend war. dra
Licht hatte am Samstagabend eine besondere Bedeutung für ein Konzert, das Werke aus dem 19., dem 20. Jahrhundert und aus unseren Tagen enthielt. Es unterstrich optisch den Verlauf des Tages in John Rutters „Mass of the children“ und es verstärkte die strahlende, helle Atmosphäre der Musik. Im Hauptwerk des Abends wurde sie von Kindern und Jugendlichen der Singschule an der Peterskirche und des Chors des Werner-Heisenberg-Gymnasiums verbreitet. Den jungen Sängern eine tragende Rolle in verschiedenen Passagen dieser 2003 uraufgeführten Messe einzuräumen erforderte Fingerspitzengefühl der musikalischen Gesamtleitung. Da fanden sich die Nachwuchssänger ebenso wie die Kantorei bei Dirigentin Anne-Christine Langenbach in sicheren Händen. Ihre auf große Gesten verzichtende, sensible und klare Konzertleitung ließ die drei Chöre zusammenwachsen, wie aus einem Guss klingen und lückenlose Verbindung mit den Musikern der Kurpfalzphilharmonie aufnehmen.
Im Gesamtbild des „Lichtkonzerts“ stand das Eröffnungsstück, Felix Mendelssohn Bartholdys „Wir glauben all an einen Gott“, wie eine von musikalischen Wellenbewegungen getragene Grundlage für ein gelingendes Gebet. Bei der 1831 entstandenen Kantate stellte die Kantorei sowohl bei den drei Fugen als auch beim vierstimmigen Abgesang unter Beweis, dass unter Anne-Christine Langenbach ausgezeichnete Probenarbeit geleistet worden war.
Die punktgenauen, ständig variierenden Einsätze, verbunden mit musikalischen Stilbrüchen, forderten von der Kurpfalzphilharmonie und Organist Simon Langenbach in Francis Poulencs Konzert in g-Moll für Orgel, Streicher und Pauken höchste Konzentration und Versiertheit. (…) Ständig wechselt Poulenc zwischen zarter, schwebender Impression und bedrohlich aufwühlenden Passagen. (…)
Vielschichtig in Harmonik und Rhythmik ist John Rutters „Mass of the children“, das als Hauptwerk des Abends Kinder- und Jugendstimmen einband und eindrucksvollen Solo-Gesang von Sopranistin Steffi Sieber-Christ und Bariton Jens Hamann hören ließ. (…) Mit dem hellen Zauber eines Glockenspiels und dazu passenden, jungen Stimmen erwacht die Seele beim Kyrie. Dabei schickte die unter Leitung von Philipp Friedrich stehende Lichttechnik per Spot die Sonne auf ihre Reise über die Kassettendecke des Altarraums.
John Rutter ist mit seiner Freude über das von Gott geschaffene nicht zurückhaltend. Im Gegenteil: Das Gloria hat enormes Tempo, der Kinder- und Jugendchor fühlte sich unter Anne-Christine Langenbach so ganz in seinem Element, zumal einige Passagen an südamerikanische Tänze erinnern.
Im Agnus Dei kehrt Rutter zu besinnlicheren Tönen zurück. Kantorei und Nachwuchschöre führten Zwiesprache und verschmolzen im Chorgesang, ehe das Finale noch einmal besondere Farbe durch Steffi Sieber-Christ und Jens Hamann erhielt (…). Strahlende Gesichter gab es am Ende allemal, weil der Beifall des Publikums verdientermaßen lange und anhaltend war. dra
Weinheimer Nachrichten, 4.10.2010